Europameisterschaften Speedskating, Heerde, 24. - 31.07.2016

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Speedskating EM Team 2016

Die erfolgreichen Teilnehmer der EM Speedskating, von links nach rechts: Simon Albrecht, Mareike Thum, Thimo Kießlich, Laethisia Schimek, Sebastian Mirsch, Alisa Gutermuth und Felix Rijhnen.
 

 

Es war ein überzeugender Auftritt bei der Europameisterschaft im niederländischen Heerde. Die südhessischen Speedskater waren an allen Medaillen beteiligt, die das deutsche Team in den Aktivenklassen holte. In Summe: viermal Gold, fünfmal Silber, zweimal Bronze. Damit waren die Hessen auch die erfolgreichsten deutschen Sportler insgesamt vor Baden-Württemberg und Sachsen mit jeweils 3 Goldmedaillen.

 

Zweimal Gold gewann Laethisia Schimek (Blau-Gelb Groß-Gerau) auf den Sprintstrecken auf der Bahn und auf der Straße, dazu eine Silbermedaille in der Staffel zusammen mit Mareike Thum (ERSG Darmstadt) und Sabine Berg (RSV Gera) und eine Bronzemedaille über die 100 m Sprint-Strecke auf der Straße. „Ich habe mein Ziel erreicht, meinen Titel zurückzugewinnen“, hatte Schimek schon überglücklich nach einem turbulenten Finale über 500 m gesagt. Der Jubel kam etwas verzögert, denn eigentlich war die Groß-Gerauerin als Zweite ins Ziel gefahren. Die Italienerin Francesca Lollobrigida wurde jedoch disqualifiziert, weil sie zuvor eine Gegnerin behindert hatte. Somit ging der Titel wie 2014 an Schimek, die auch im Halbfinale etwas Glück hatte, als sie mit 0,008 Sekunden Vorsprung Platz zwei und damit den Einzug ins Finale sicherte. Alisa Gutermuth von der ERSG Darmstadt erreichte ebenfalls die Vorschlussrunde, schied hier aber als Vierte aus.

Ebenso zweifacher Goldmedaillengewinner wurde der 21 Jahre alte Groß-Gerauer Simon Albrecht, der sich auf der 300 m Sprintstrecke auf der Bahn und auf der 200 m-Runde auf der Straße durchsetzen konnte. Hinzu kamen noch jeweils einmal Silber über 500 m auf der Bahn und Bronze über 100 m auf der Straße. Trotz der starken Bilanz ärgert er sich aber auch, dass es nicht zur fünften Medaille gereicht hat, die er nämlich gemeinsam mit Felix Rijhnen und Thimo Kießlich (beide ERSG Darmstadt) hätte feiern können. Eigentlich streckte er in der Bahnstaffel den Fuß als Dritter über die Ziellinie. „Der Viertplatzierte hatte mir jedoch im Sprint einen leichten Schlag versetzt, sodass der Fuß nicht auf dem Boden war“. Und das ist nun mal regelwidrig, sodass das deutsche Trio auf Platz fünf gewertet wurde.

Zusätzlich zu ihrer Silbermedaille mit der Staffel gewann Mareike Thum zwei weitere Silbermedaillen über 1000 m und im 15 km Ausscheidungsrennen auf der Bahn. „Ich bin mir jetzt sicher, dass meine Form stimmt, und das motiviert mich nur noch mehr für die WM“, freut sich Mareike Thum über dreimal Silber in den Bahnrennen. Die Darmstädterin präsentierte sich im Ausscheidungsrennen als stete Tempomacherin und hatte trotzdem auch im Endspurt noch die Kraft anzugreifen. Am Ende war nur die Belgierin Sandrine Tas schneller. Auf der Straße lief es zwar nicht so rund. Es waren aber eher taktische Ursachen, warum Mareike Thum auf den Plätzen vier und fünf weitere Medaillen knapp verpasste.

Genauso erging es Felix Rijhnen, der schon zum Auftakt der EM Pech hatte: Im 10 km langen Punkte/Ausscheidungsrennen auf der Bahn musste Deutschlands bester Allrounder als letzter Skater vorzeitig von der Piste und wurde Elfter. Vereinskollege Thimo Kießlich landete hier auf Platz 21, über 1000 m schied auch er im Halbfinale aus. Die lang ersehnte Medaille erkämpfte sich Felix Rijhnen dann beim 15 km Punkterennen auf der Straße, wo er sich Silber mit einem beherzten Ausreißversuch erkämpfte. Ein kräftiger Motivationsschub für die nächste große Aufgabe, die in vier Wochen in China ansteht. Für die dortige Weltmeisterschaft wurden die zweifachen Europameister Simon Albrecht und Laethisia Schimek, sowie Mareike Thum, Alisa Gutermuth, Felix Rijhnen und Thimo Kießlich nominiert.